In der aktuellen Ausgabe der Medienwissenschaft finden sich gleich zwei Rezensionen zu zwei meiner Bücher. Zu Schreiben für Hollywood (erschienen 2008) und zur Stummfilmdramaturgie (2011).

Auszüge:

Nicht nur die historische Dimension ist bemerkenswert, sondern auch sein Beitrag zur Diskussion um die Auteur-Theorie.

Tiebers Erkenntnisse über Produktionspraxis gehen an diesen Stellen über eine historische Beschreibung der Drehbuchentwicklung weit hinaus und müssen interpretatorische Konsequenzen nach sich ziehen. Sie könnten damit die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Kino des Hollywood-Studiosystems nachhaltig beeinflussen

Schreiben für Hollywood liefert überzeugende Argumente für eine stärkere Wahrnehmung des Drehbuch(autor)s (…) und weist auf die Notwendigkeit hin, einen Film nicht als individuell produziertes, sondern polyphon inszeniertes Werk zu interpretieren, dessen eines bisher im wissenschaftlichen Diskurs sträflich vernachlässigtes Puzzleteil das Drehbuch ist.

Summa summarum legt die Studie überzeugend dar, dass das Jahr 1917 nicht als Beginn des klassischen Hollywood-Kinos begriffen werden kann (…) An Stichhaltigkeit gewinnt die Untersuchung einerseits durch die Auswahl des Filmkorpus (…), andererseits durch die theoretisch fundierte, sehr klare und leserfreundliche Argumentation…
Damit ist Tiebers Buch ein wichtiger Beitrag zur Relativierung des mittlerweile allzu festgeschriebenen Schematas eines klassischen Hollywood-Films: Es schärft den Blick für Divergenzen und lädt dazu ein, auf der Suche nach Alternativen zum klassischen Modell nicht nur abseits Hollywoods zu schauen, sondern in dessen Geschichte. Aufgrund dieser progressiven Stoßrichtung ist ihm zu wünschen, dass es sich einer breiten Leserschaft erfreuen wird.

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