Kieler Gesellschaft für Filmmusikforschung

Rockumentaries:

Ein Lesebuch zur Geschichte der Rockmusik im Kino

Call for Papers

Nach längeren Vorarbeiten hat das Projekt „Rockumentaries“, das am Institut für NDL und Medien der Universität Kiel angesiedelt ist, die ersten Beiträge zu der Datenbank, die die sehr umfangreiche Gattung der Rock-Dokumentarfilme dokumentieren wird, online zugänglich gemacht. Ein zweiter, ebenso umfangreicher Teil wird in wenigen Wochen nachfolgen. Bei den Vorarbeiten war die Vorstellung, ein „Lesebuch“ zusammenzutragen, immer eine verbindliche und leitende Idee — ein Lesebuch nicht nur für Film- und Musikwissenschaftler, sondern auch fuür interessierte Fans, für Lehrer, Musik- und Jugendsoziologen, Akteure der Rockmusik selbst. Darum sollten die Beiträge die Klarheit der wissenschaftlichen Analyse mit der Anschaulichkeit journalistischen Schreibens nach Möglichkeit verbinden, keinesfalls in den Jargon der diversen Fan-Diskurse abgleiten. Es ging uns nicht um Kritik, sondern um die Schulung des Blicks, wie sich in der Gattung der Rockmusikfilme Phänomene der Rockmusikkultur mit ästhetischen Möglichkeiten des Films seit den 1960er Jahren vereinigten, denen sich später Formatanforderungen des Fernsehens und des Videos zugesellten. Es bleibt das primäre Ziel des Unternehmens, das Genre in Einzelbeiträgen im Standardumfang von ca. 8.000 Zeichen als Kleinanalysen einzelner Filme vorzustellen. Artikellange Studien, Überblicksartikel, Rubriken zu den wichtigsten Regisseuren sowie Dokumentationsteile sollen die jeweiligen Lieferungen komplettieren. Die ersten der derzeit vorliegenden Beiträge sind als fünfte Ausgabe der „Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung“ (ISSN 1866-4768) erschienen und finden sich online unter der URL: www.filmmusik.uni-kiel.de. Weitere Ausgaben des „Lesebuchs“ werden an gleicher Stelle erscheinen. Die einzelnen Beiträge werden auch einzeln in der Datenbank des Projekts aufgesucht werden können. Die Datenbank, die bislang einzigartig ist, soll also kontinuierlich fortgeschrieben werden. Wir suchen darum Autoren, die ihre oft ausgezeichneten Kenntnisse einbringen möchten und einzelne Filme vorstellen, Spezialbereiche im Überblick darstellen oder sich mit analytischen Texten an dem Projekt beteiligen. Derzeit suchen wir Einzelanalysen zu den Filmen der Liste, die Sie im Anhang dieses CfPs finden. Die Liste soll fortlaufend ergänzt werden, wir bitten darum um Hinweise, die uns weitere wichtige Filme der Gattung nennen. Auch laden wir ein, uns Artikel zur Analyse der filmischen Repräsentation von Ereignissen und Akteuren der Rockmusik zur Verfügung zu stellen, sowie Überblicksdarstellungen zur Arbeit der Regisseure

– David Mallet,

– Michael Lindsay-Hogg,

– Tony Palmer und

– Julien Temple

und ihrer Musikfilme beizusteuern. Wenn Sie Lust haben, einen oder mehrere Artikel zu übernehmen, bitten wir in jedem Fall um kurze Rückmeldung, um Doppelarbeiten zu verhindern. Gern nehmen wir auch selbstgewählte Vorschläge entgegen (auch dann bitten wir aber um Rückmeldung!). Gern nehmen wir Sie auch in den Verteiler auf, mit dem wir die Mitarbeiter am Projekt über die laufenden Fortschritte informieren.

Kiel, im Mai 2010

AG „Rockumentaries“

Patrick Niemeier

Hans J. Wulff (hwulff@uos.de)

Liste der Filme, die demnächst vorgestellt werden sollen:

1961: Lonely Boy (USA 1961, Roman Kroiter, Wolf Koenig).

1965: Festival (USA 1965, Murray Lerner).

1967: Jimi Hendrix: Live in Monterey (1967, Chris Hegedus).

1967: Shake! Otis at Monterey (1967, Chris Hegedus, D.A. Pennebaker).

1968: Elvis – The 68 Comeback Special (USA 1968).

1969: Popcorn (USA 1969, Peter Clifton).

1969: Rolling Stones – Stones in the Park (Grossbritannien 1969, Leslie Woodhead).

1970: Groupies (USA 1970, Ron Dorfman, Peter Nevard).

1971: Joe Cocker: Mad Dogs and Englishmen (1971, Pierre Adidge, Sid Levin).

1971: Medicine Ball Caravan (1971, Francois Reichenbach).

1971: Rockfieber (Niederlande/BRD 1971, Hans Jürgen Pohland , George Sluizer).

1971: Stamping Ground (1971).

1978: Renaldo and Clara (USA 1978, Bob Dylan).

1979: Neil Young & Crazy Horse: Rust Never Sleeps (1979, Bernard Shakey).

1980: The Clash: Rude Boy (1980, Jack Hazan).

1982: Let’s Spend the Night Together (1982, Hal Ashby).

1984: Another state of mind (USA 1984, Adam Small, Peter Stuart).

1987: Chuck Berry: Hail! Hail! RocḱnRoll (USA 1987, Taylor Hackford).

1988: Sweet Toronto (1988, D.A. Pennebaker).

1990: Woodstock: Lost Performances (1990, Michael Wadleigh).

1991: Bob Marley and the Wailers – Live at the Rainbow (Grossbritannien 1991, Keef).

1994: Smashing Pumpkins: Vieuphoria (1994).

1995: Page And Plant: No Quarter (1995).

1997: Message to Love: The Isle of Wight Festival (1997).

1997: Metallimania (1997, Marc Paschke).

1997: Storefront Hitchcock (1997, Jonathan Demme ).

1999: Billy Bragg and Wilco: Man in the Sand (1999, Kim Hopkins).

2001: Pet Shop Boys: Montage – The Nightlife Tour (2001).

2002: I Am Trying To Break Your Heart (2002, Sam Jones).

2002: Viel passiert – Der BAP-Film (2002, Wim Wenders).

2005: All I Want : A Portrait of Rufus Wainwright (Grossbritannien 2005, George Scott).

2005: Beijing Bubbles (2005, George Lindt, Susanne Messmer).

2005: The Gits (2005, Kerri O’Kane).

2006: Everyone Stares: The Police Inside Out (Grossbritannien 2006, Stewart Copeland).

2006: Neil Young: Heart of Gold (2006, Jonathan Demme).

2007: American Music: Off the Record (2007, Benjamin Meade).

2007: Punk im Dschungel (BRD 2007, Andreas Geiger).

2007: Shine a Light (USA 2007, Martin Scorsese).

2008: Gogol Bordello Non-Stop (USA 2008, Margarita Jimeno).

2009: All Tomorrow’s Parties (2009, Jonathan Caouette).

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